Die heute in Südhessen weit verbreitete Familie Bitsch ist Schweizer Ursprungs. Matthias
Bitsch, der sich 1662 in Breitenwiesen niederließ, und sein Bruder Christian, der in
Raidelbach seinen Sitz nahm, waren (nach dem Reichenbacher Kirchenbuch) Söhne des
Christian Bitsch in "Schirch" im Kanton Graubünden. Es kann sich nur um (CH 7220) Schiers
im Prättigau nördlich von Chur handeln, weil nach Auskunft des Staatsarchivs Graubünden es
sich bei Bitsch (Bitschi, Pitschi, heute Pitsch) um ein ausgesprochenes Prättigauer Geschlecht
handelt.
Die beiden Brüder erwarben Huben und brachten sie wieder auf Vorkriegsstand. Dazu waren
viele Hände notwendig. So ist es erklären, daß beide zusammen mindestens 22 Kinder hatten,
von denen nur wenige in früherem Kindesalter hinwegstarben. Allein 12 Buben erreichten das
heiratsfähige Alter und gründeten eigene Familien, die wiederum 92 Nachkommen vorzeigen können. 28 männliche
Nachkommen schritten in der dritten Generation zur
Familiengründung und gaben so den Namen Bitsch weiter. Bei dieser explosionsartigen Vermehrung, die die damalige Bevölkerungszunahme weit übertraf, ist es kein Wunder, daß der Familienname Bitsch
aus dem Odenwald nicht mehr
verschwinden konnte. Auswanderer trugen ihn später nach Dänemark, Rußland, Ungarn und
Nordamerika.
Die zweite Generation blieb noch vollständig in der neuerrungenen Heimat und faßte in den
Orten des Kirchspiels Reichenbach (lutherisch) und in der Talzent (Kirchspiel Schlierbach,
reformiert) Fuß. Nur der in Kolmbach eingeheiratete Balthasar Bitsch begab sich auf
kurmainzisches Territorium (Oberamt Starkenburg, Kirchspiel Fürth), mußte die Konfession
wechseln und begründete die katholische Linie der Familie.
In der dritten Generation griff die Familie weiter aus. In Brandau, Michelstadt, Erbach,
Heppenheim, Laudenbach und Groß-Hausen entstanden neue Linien. Das Stammhaus in
Breitenwiesen ist heute noch im Besitz der Familie, dasjenige in Raidelbach müßte noch
erforscht werden.
Die Zusammenstellung der Stammfolge hat einige Schwierigkeiten bereitet. Das
Kirchenbuch in Reichenbach, wo die beiden ersten Brüder mit ihren Familien verzeichnet
sind, ist bis zum Jahre 1700 sehr mangelhaft geführt. Das zweite Kirchenbuch von
Schlierbach (1722-1753) enthält nur Taufeinträge. Außerdem ist von vielen Kindern nicht
bekannt, wo sie verblieben sind. So mag die Stammfolge einige Lücken aufweisen. Mit
Ergänzungen und Berichtigungen ist deswegen in den kommenden Jahren zu rechnen.
Weitere Informationen:
Bitsch im WWW:
Sehr interessante Infos zum Namen "Bitsch"
Bitsch.de
Bitsch-Stammbaum auf dänischer Webseite
Der Ort Bitsch im Wallis in der Schweiz