Prof. Dr. phil. Gottfried Schröter, Universität Kiel
Der schwierige Auferstehungsglaube
Denkhilfen für den Christen und den Nichtchristen
1. Die Ausgangsposition: Kein Zeitgenosse kehrte aus dem Tod zurück und berichtete
Natürlich kann man die Auferstehung der Toten einem Nichtglaubenden nicht beweisen. Aber es spricht sehr vieles dafür, daß es nach dem Tod weitergeht . Einigen wir uns auf eine Ausgangsbasis, die von Christen und Ungläubigen akzeptiert werden kann. Sie lautet:
,,Es ist in unseren Tagen noch keiner, der über 24 Stunden tot war, aus dem Tod zurückgekehrt und hat berichtet, wie es dort, im Reich des Todes aussieht."
Ich glaube, das können beide Personengruppen - Christen und Nichtchristen - akzeptieren. Wenn das aber so ist, müßten wir die beiden folgenden Aussagen als Glaubensbekenntnisse klassifizieren.
1. Es gibt keine Auferstehung der Toten. Mit dem Tod ist alles aus.
2. Es gibt eine Auferstehung der Toten. Mit dem Tod ist nicht alles aus.
Nicht etwa: Die erste Aussage ist die wissenschaftliche, die andere ist nur eine Wunschbehauptung. Von der Empirie (Erfahrungswissenschaft) her gesehen, sind beide Behauptungen zunächst einmal ebenso sicher wie unsicher.
Da die erste Position weit verbreitet ist, will ich in meinen heutigen Überlegungen vor allem begründen, weshalb ich an die Auferstehung der Toten glaube. Dabei bleibe ich zunächst im außerbiblischen Bereich der allgemeinen Erfahrungen.
Nach meiner Meinung spricht - selbst wenn ich zunächst einmal die biblischen Darlegungen weglasse - vieles dafür, daß nach dem Tode kein Nichts steht, sondern daß es zumindest irgendwie weitergeht. Dafür einige Belege (nicht:Beweise).
2. Die Natur zielt auf ein Nichts
Ein außerbiblisches Argument für die Auferstehung der Toten ist das Wunderwerk der Natur. Wenn ich die Entwicklung im Tier- und Pflanzenreich betrachte, wenn ich die Gegebenheiten der Schöpfung und die Wirkungen der Naturgesetze im Weltall, im Makrokosmos wie im Mikrokosmos (also in der großen wie auch in der ganz kleinen Welt) überdenke, dann komme ich zu dem Ergebnis: Dieser ganze komplizierte, in sich stimmige Aufbau kann nicht für ein Nichts geschaffen sein. Es wäre ohne Logik. Wenn es aber ohne Logik wäre, dann gäbe es auch keine schöpferische Instanz. Da alles aber - und jedes Biologiebuch, jedes Astronomiebuch zeigt mir dies - in sich stimmig ist und einen Schöpfer ahnen, glauben oder erkennen läßt, muß man sich sagen: Dieser Schöpfer wird nicht so viel aufgewendet haben,nur um ein Nichts zu erreichen.
Gewiß, wenn der menschliche Körper seinen Zweck erfüllt hat, kann er hinweggetan werden. Die personale Existenz geht dann aber weiter. Ein Kokon, den eine Raupe webt, hat irgendwann einmal seinen Zweck erfüllt. Sein wunderbarer Aufbau kann hinweggetan werden, weil nämlich das Lebewesen, das in diesem Kokon war, verändert, verschönt aus ihm hinausgestiegen ist in eine neue, andersartige Existenz.
3. Jeder Trieb hat seine reale Entsprechung
Ein zweites Argument für die Auferstehung der Toten ist für mich das Aufbrechen der religiösen Frage als ein Urtrieb der Menschheit nach religiöser Überhöhung, der bei fast allen Menschen zu finden ist. Der Psychologie-Professor Dr. Rudolf Seiß von der Universität Kiel hat mich darauf aufmerksam gemacht, daß nach den Untersuchungen der Psychologie jeder Trieb seine Entsprechung in der Realität habe. Der Hungertrieb hat seine Entsprechung in der Speise, die es gibt. Wer - angetrieben durch den Hungertrieb - Speise findet, kann diesen Trieb stillen. Der Paarungstrieb, so Rudolf Seiß weiter, hat seine Entsprechung in den gegengeschlechtlichen Gattungspartnern, also in dem Weibchen oder Männchen. Und wenn dies so ist, darf man annehmen , daß auch der ,,religiöse Trieb", die Sehnsucht nach Gott, die wir in vielfältiger Form bei Angehörigen aller Völker entdecken können, seine Entsprechung hat in dem Gott, dem ich begegne.
4. ,,Wenn ich noch 24 Stunden zu leben hätte!"
Dafür, daß dieses religiöse Urverlangen, diese Ursehnsucht oder Urangst vor einem Gott eine ganz reale Entsprechung hat, ein weiterer Beleg: Der Siegener Berufsschul-Oberstudienrat Günther Klempnauer schrieb das Buch ,,Wenn ich nur noch einen Tag zu leben hätte"(2. Auflage, München 1981). Er beschreibt das Ergebnis einer Aufsatzaktion zum Thema: ,,Was würde ich tun, wenn ich nur noch einen Tag zu leben hätte?" Auf freiwilliger Basis antworten darauf 530 Schüler und Schülerinnen im Alter von 15-20 Jahren von 12 Berufsschulen und Gymnasien in fünf Bundesländern, und zwar alle anonym.
Was würden wir aufschreiben, wenn uns die Frage gestellt würde: ,,Was würden Sie tun, wenn Sie nur noch einen Tag zu leben hätte?" Ich habe den Versuch in einem Seminar mit meinen Studenten durchgeführt. Es kam zu recht unterschiedlichen Darlegungen. Schon die Fragestellung erregte viele Studierende. Auch bei der Untersuchung von Günther Klempnauer ist dies festzustellen.
So schreibt eine l5jährige Oberschülerin: ,,Unter dem Eindruck des intensiven Sich-hinein-Versetzens in eine solche Situation habe ich Dinge geschrieben, wie ich sie sonst nie schreiben würde. Solche Gefühle aus dem innersten Herzen, aus dem Urinstinkt der Todesangst heraus, kommen in normalen Aufsätzen nicht vör. Ich habe ausnahmsweise eine gewisse Schwelle überschritten."
Manche Schüler reagieren in großer Verzweiflung destruktiv. Ein l5jähriger junger Mann schreibt: ,,Zuerst würde ich mich am Deich vollsaufen und mit einer Frau schlafen. Dann mähte ich mit einem Rasenmäher den Strandhafer, holte eine Tüte mit Gift, um die Tiere in den Grotten zu vergiften und verarscbte die Leute. In der Stadt würde ich mir 100 Eier kaufen und die Leute bewerfen. Bei Horten holte ich mir zwei Packungen Präservative und verschenkte sie an Frauen. Ich würde nur Sachen tun, die verboten sind. Unsinn und Verbrechen. Das ist alles. Dann würde ich abkratzen. Tschüß."
Ganz anders reagierten die Christen unter den 530 jungen Leuten. Dafür zwei Beispiele: Ein l9jähriger junger Mann schreibt: ,,Da ich Christ bin, wäre ich mit meinen Gedanken wahrscheinlich nur bei dem, was man das ewige Leben nennt. Ich würde sogar versuchen, mich von weltlichen Vergnügungen femzuhalten um mich auf das Leben nach dem Tod vorzubereiten. Vielleicht wäre dieser Tag sogar der schönste in meinem Leben."
Ein l9jähriger Elektrofacharbeiter berichtet: ,,Wenn ich nur noch einen Tag zu leben hätte, würde ich mich freuen, sterben zu können. Der Grund liegt in meiner religiösen Weltanschauung. Ich bin ein echter Christ, kein Namenschrist , obwohl ich als Mensch und natürlich auch als Christ sehr an meinem Leben hänge. Aber es wäre für mich ein Gewinn zu sterben. Denn es heißt in der Schrift: ,Die Leiden der Jetztzeit sind nicht wert, verglichen zu werden mit der zukünftigen Herrlichkeit!' Ich weiß zwar nicht genau, was ich in den letzten 24 Stunden tun würde. Ich weiß nur, daß eine unendliche Freude in meinem Herzen wäre. Denn dann würde ich vom Glauben zum Schauen kommen." (Alle Beispiele aus der 2. Aufl. 1981, ab Seite 151)
Das alles sind Belege, aber keine Beweise. Wer Beweise für die Auferstehung der Toten hätte, würde möglicherweise den Nobelpreis bekommen. Aber dann wäre das keine Sache des Glaubens mehr, sondern eine Sache des Wissens, das man sozusagen abhaken kann. - Deshalb wird auch ein Christ vom kommenden Tod erschreckt. Viele Psalmen sind von Todesfurcht bestimmt. Der jüdische König Hiskia weinte, als er hörte, er solle sterben. Warum?
5. Der Tod bleibt auch für Christen zunächst noch ein Feind
Paulus sagt es im 1. Korinther 15 einmal so: ,,Der letzte Feind, der abgetan wird, ist der Tod." Wenn Christen detaillierte Auskünfte über das, was nach dem Tode geschieht, haben wollen, sollten sie das ganze 15. Kapitel des 1. Korintherbriefes durchlesen. Einige Verse wollen wir auswählen und kurz kommentieren.
In den Versen 3-6 lesen wir: ,,Christus ist für unsere Sünden gestorben nach den Schriften. Er ist begraben worden und auferweckt worden am dritten Tage nach den Schriften. Er ist dem Petrus erschienen, danach den Zwölfen. Danach erschien er mehr als 500 Brüdern auf einmal, von denen die Mehrzahl bis jetzt noch am Leben ist. Einige aber sind entschlafen."
Die Auferstehung Jesu Christi ist für den Gelehrten Paulus - ich spreche in der Redeweise unserer Tage - ein empirisch nachprüfbares Geshehen , denn er sagt : "Befragt doch die etwa 500 Leute, die Jesus Christus als von den Toten Auferstandenen erlebt haben!"
6.Die Bedeutung der personalen Auferstehung Jesu Christi für die Christen
Es gibt in der Gegenwart eine theologische Richtung, die behauptet, Jesus Christus sei nicht von den Toten auferstanden. Er lebe lediglich geistig in seiner Gemeinde fort, so ähnlich wie Goethe in der Gemeinde der Goethe-Anhänger fortlebe und Karl Marx in der Menschengruppe, die ihn zu ihrem gedanklichen Leiter gemacht hat. Aber Christus lebe eben nicht personal weiter.
Ganz anders die Bibel. Paulus sagt in 1. Korinther 15:
,,Wenn aber von Christus gesagt wird, daß er von den Toten auferweckt worden ist, wie können einige unter euch behaupten, daß es keine Auferstehung der Toten gibt? Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist euer Glaube nichtig. Ihr seid dann noch in euern Sünden. Also sind dann auch die in Christus Entschlafen verloren. Haben wir allein in diesem Leben auf Christus gehofft, so sind wir bejammernswerter als alle andern Menschen." Und jetzt kommt das Schöne: ,,Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt."
Darauf beschreibt Paulus in den weiteren Versen von 1.Korinther 15 sehr anschaulich, wie die Auferstehung geschehen wird. Bitte nachlesen!
Der Bericht des Apostels schließt so:
"Dies aber sage ich, ihr Brüder, daß Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben werden. Auch die Verweslichkeit die Unverweslichkeit nicht ererbt. Denn dieses Verwesliche muß anziehen Unverweslichkeit. Und dieses Sterbliche muß anziehen Unsterblichkeit. Wenn aber dies geschehen ist, dann (erst dann!) wird eintreffen das Wort, das geschrieben steht: Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? Der Stachel des Todes ist aber die Sünde, die Kraft der Sünde aber ist das Gesetz."
Haben Sie als Christ auch manchmal ein Grauen vor dem Tode? Es ist normal: Der Tod
bleibt feindlich gesinnt . Aber er ist ein überwundener Feind.
7.Israels Auferstehung
Hier einige weitere Denkhilfen, die Christen in ihrem Glauben gewisser machen können:
Ließ Gott in unserer Zeit schon einmal jemanden auferstehen? Ja, Gott ließ schon einmal sehr viele auferstehen, nämlich sein Volk Israel. Wir haben es zum Teil miterlebt. Israel wird einmal der ,,Augapfel Gottes" genannt. In Sacharja 2,8 heißt es: ,,Wer euch antastet - euch Israeliten -, der tastet seinen Augapfel an!" Durch Israel hindurch sehen wir gleichsam Gott am Werk. Auch am Werk der Auferstehung. Israel starb als Staat im Jahre 70 nach Christi Geburt. Und doch blieb Israel nicht ohne jede Existenz. So merkwürdig es klingt: Es gab kein Israel, und es gab doch ein Israel. Viele Juden waren bereit, ihre Zugehörigkeit zu diesem Volk aufzugeben. Aber es gelang nicht.
Wenn Deutsche nach Amerika auswandern, werden sie nach zwei Generationen Amerikaner. Viele Juden haben aber fast 2000 Jahre hindurch versucht, in anderen Völkern aufzugehen. Es gelang nicht. Es gab Gerichte über dieses Volk in der Zeit staatlicher Nichtexistenz. Wir haben die Leiden miterlebt und nicht alles verstanden. Bedenken wir, daß Hitler allein sechs Millionen Juden getötet hat! Und doch gab es eine völkische Wiederauferstehung. Der Staat ist wieder da. Und was für ein Staat! 50 Prozent aller in den Vereinten Nationen behandelten Themen hängen mit Israel, jenem wenige Millionen Einwohner zählenden Staat, zusammen!
Ist die völkische Erneuerung des jüdischen Staates ein unzulässiges Bild für die Auferstehung? Nein! Die Bibel gebraucht es selber. In Hesekiel 37 wird in einer Vision des Propheten Hesekiel beschrieben, wie Totengebeine in einem Tal zusammenrücken, sich mit Fleisch füllen, mit Haut überziehen, aber noch kein Leben haben. Und daß dann einmal der Geist Gottes neues Leben geben wird. Wir haben zur Zeit einen Staat Israel, der sozusagen schon ,,Haut" hat, um bei dem Bild des Hesekiel zu bleiben, also staatliche Existenz.
Aber das geistliche Leben, das in der Anerkennung Jesu Christi als Israels Messias, der gekommen ist und wiederkommen wird, zu finden wäre, fehlt noch. Es wird jedoch entstehen!
8.Wir wurden schon einmal aus der Nichtexistenz ins Leben gerufen
Eine weitere Denkhilfe. Im Römer 4, Vers 17 beißt es:
,,Gott ruft das Nichtseiende, als wäre es." Lieber Hörer, wo waren Sie vor hundert Jahren? Sie waren nicht! Und Gott hat Sie gerufen, und Sie waren da. Nur weil Gott Sie nicht existierenden Menschen gerufen hat, waren Sie da. Sollten wir unserem Gott nicht zutrauen, daß er das, was er bereits einmal (als er uns ins Leben rief) getan hat, noch einmal wird tun können? Er hat es versprochen!
9. Schlaf und Tod
Eine andere Denkhilfe: Der Tod wird oft mit einem Schlaf verglichen. Wir sprechen von Entschlafenen, und auch die Bibel gebraucht diese Formulierung. Im Schlaf verliere ich meine Personalität. Es ist uns sicher auch schon so gegangen, daß wir uns abends um 22 Uhr oder 23 Uhr ins Bett legten, einschliefen und meinten, nach kurzer Zeit wieder wach geworden zu sein. Und wenn uns der Wecker nicht bestätigt hätte, daß wir acht Stunden geschlafen haben, würden wir es nicht für wahr halten. Unsere Personalität war im Schlaf nicht vorhanden. Wo werden wir heute nacht in der Zeit des traumlosen Schlafes als Person sein? Haben wir, so gesehen, nicht jeden Tag todes- und auferstehungsähnliche ,,Erlebnisse"?
10. Unsere Körperlichkeit ändert sich auch während des Lebens mehrmals.
Eine weitere Denkunterstützung : Unser Ich-Sein ist nicht unbedingt an den gesamten Körper gebunden. Es gibt Menschen, denen wurde ein Arm amputiert, manche haben mehrere Glieder ihres Leibes verloren. Aber ihr "Ich" besitzen sie immer noch. Wir dürfen annehmen, daß unsere Leiblichkeit nicht unbedingt identisch ist mit dem Ich-Bewußtsein. Ich las einmal, Biologen hätten festgestellt, daß das Material , der Stoff unseres Körpers sich etwa alle sieben Jahre erneuert. Wir tragen also von dem Material, das wir vor sieben Jahren besaßen, nichts mehr an uns. Und doch haben wir unser Ich-Bewußtsein zwischendurch niemals verloren. Über unseren Körper sagt die Bibel im 2. Korintherbrief: ,,Wir wissen, daß wir, wenn unsere irdische Zeltwohnung abgebrochen sein wird, dann einen Bau haben, den Gott bereitet hat, ein nicht mit Händen gemachtes ewiges Haus in den Himmeln. Und deshalb seufzen wir auch, indem wir uns sehnen, mit unserer Behausung aus dem Himmel überkleidet zu werden."
11. Samen, der nach 3000 Jahren wiederbelebt wurde
Eine letzte Denkhilfe: In der ,,Frankfurter Allgemeinen" las ich: ,,Archäologen haben in der japanischen Stadt Vokooda vier noch nicht bestimmte Samen, die aus einem dreitausend Jahre alten Grab stammen, zum Keimen gebracht." Es ist doch erstaunlich, daß dreitausend Jahre alter Samen seine Lebensfähigkeit nicht verloren hat. Vor Gott sind tausend Jahre wie ein Tag, ein Tag wie tausend Jahre. Sollten wir es unserem Gott nicht zutrauen, daß er auch uns wieder ins Leben holen wird, wie er es zusagte?
Christen haben die Gewißheit der Auferstehung. Das ist mehr als trügerische, tote Sicherheit. Sie leben in dieser Gewißheit, solange sie mt ihrem Gott in Verbindung bleiben.
12.Wir fassen zusammen:
Unsere Ausgangsthese lautete: Keiner, der über 24 Stunden tot war, ist bisher wieder zurückgekommen und hat uns berichtet, wie es im Tode aussieht. Darum, so sagten wir am Anfang, gibt es zwei Glaubensaussagen. Die erste heißt: Mit dem Tod ist alles aus. Sie ist weit verbreitet. Die zweite: Mit dem Tod ist nicht alles aus. Für die zweite These, daß mit dem Tod nicht alles aus ist, haben wir hier Argumente gebracht.
Wir haben zunächst den Rückschluß vom wunderbaren Mechanismus alles Naturgeschehens auf die Ablehnung der These vom Nichts geführt und gesagt: Wenn alles so wundervoll eingerichtet ist, muß dahinter ein Schöpfer stehen. Ein Schöpfer aber, der für das Nichts arbeitet, ist nicht denkbar.
2. Jeder Trieb, der Hunger- und der Sexualtrieb beispielsweise, hat sein Ziel. Auch der in allen Kulturkreisen vorgefundene religiöse Trieb, der auf Gott gerichtet ist, deutet darauf hin, daß Gott als das Ziel vorhanden ist.
3. Wir haben das Aufbrechen der religiösen Frage in Todesnähe bei einigen jüngeren Menschen untersucht. Warum sollte so viel Angst in Todesnähe bestehen, wenn mit dem Tode alles aus ist?
Als 4. erklärten wir , daß und warum Todesfurcht auch bei den Christen nicht unnormal ist. Der Tod bleibt so lange Feind,bis er später einmal beseitigt wird.
5. Das völkische Geschehen des im Tode gewesenen und wiederauferstandenen Volkes Israel (das hin bis zur Sprache, die auch wieder lebendig wurde, tot war) ist Christen ein Bild für ihre Auferstehung.
6. Zusätzliche Denkhilfen waren die Überlegungen, daß unsere Existenz aus dem Nicht-Sein kommt und doch real ist und daß wir im Schlaf durch Phasen personaler Nichtexistenz gehen, die wir aber wieder verlassen, so wie wir auch den Tod verlassen werden.
Sind es Beweise? Nein, aber es sind Belege, Bestätigungen. Wir haben damit keine Sicherheit, die uns über Gott erheben könnte. Aber wir haben Gewißheit, daß wir dann, wenn wir unser Glaubensleben pflegen und gesund erhalten, wir zur Auferstehung der Toten kommen und bei Gott sein werden.
Zum Schluß noch einmal Paulus im Auftrage Gottes : ,,Ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch keine Kreatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesus ist, unserm Herrn" (Römer 8,38f).